Kundengewinnung
Was kostet eine Website 2026? Ein Preisleitfaden für kleine Unternehmen
Website-Kosten verständlich erklärt: Baukasten, Freelancer oder Agentur, laufende Kosten und eine Checkliste zum Angebotsvergleich für kleine Unternehmen in Deutschland.
von Nguyen VoVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze
- Der Preis hängt vor allem von Umfang, Funktionen, Inhalten und davon ab, wer nach dem Start Änderungen übernimmt.
- Neben dem Einmalpreis zählen laufende Kosten für Domain, Hosting, E-Mail und Pflege. Fragen Sie danach, bevor Sie zusagen.
- Eine Domain auf Ihren Namen und ein klarer Ausstieg sind wichtiger als der niedrigste Angebotspreis.
Inhalt
Sie möchten eine Website für Ihren Salon, Ihre Praxis, Ihr Handwerksunternehmen oder einen anderen lokalen Betrieb erstellen lassen – aber die Angebote reichen von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro? Das ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass jemand überteuert oder unseriös ist. Häufig vergleichen Sie schlicht unterschiedliche Leistungen.
Eine einfache Seite mit Vorlage ist etwas anderes als eine Website mit individuellem Design, professionellen Texten, Online-Buchung, mehreren Sprachen und laufender Betreuung.
Dieser Leitfaden erklärt, welche Kostenpositionen Sie einplanen sollten und wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen.
1. Was kostet eine kleine Unternehmenswebsite?
Für den deutschen Markt veröffentlichte Preisübersichten und Anbieterbefragungen aus 2026 zeigen breite Spannen. Als grobe Orientierung für ein kleines Unternehmen können folgende Größenordnungen dienen:
| Website-Typ / Umsetzung | Grobe einmalige Kosten | Typischer Umfang |
|---|---|---|
| Selbst erstellte Baukasten-Website | 0–500 € Einrichtung, dazu Abo | Vorlage, eigene Texte und Bilder, einfache Funktionen |
| Einfacher Onepager vom Freelancer | etwa 500–1.500 €; je nach Umfang auch mehr | Eine kompakte Seite mit Angebot, Kontakt und Basisinformationen |
| Kleine Firmenwebsite vom Freelancer | etwa 1.000–3.000 € | Mehrere Seiten, responsives Design, Kontaktmöglichkeiten |
| Kleine Firmenwebsite von einer Agentur | etwa 2.000–6.000 €; umfangreichere Projekte höher | Konzept, Gestaltung, Umsetzung und je nach Angebot weitere Leistungen |
| Individuelle Website mit komplexen Funktionen | mehrere tausend Euro; häufig 8.000 €+ | Sonderfunktionen, umfangreiche Inhalte, Integrationen oder Shop |
Diese Werte sind Orientierungsspannen, keine verbindlichen Marktpreise. Eine veröffentlichte Agentur-Stichprobe für eine 4–6-seitige WordPress-Website im Jahr 2026 fand beispielsweise Angebote von 1.000 bis 10.000 € netto und einen Median von 2.800 € netto. Die Stichprobe ist nicht der gesamte Markt; sie zeigt aber, wie stark Umfang und Anbieterstruktur den Preis beeinflussen können.
Wichtig: Prüfen Sie, ob ein Angebot netto oder brutto ausgewiesen ist und ob Umsatzsteuer hinzukommt. Vergleichen Sie nur Angebote mit möglichst ähnlichem Leistungsumfang.
2. Drei Wege zur Website
A. Selbst mit einem Website-Baukasten
Baukastensysteme können für eine sehr einfache Präsenz kostengünstig sein. Sie zahlen meist ein monatliches oder jährliches Abo und investieren dafür eigene Zeit in Struktur, Texte, Bilder, Einrichtung und Pflege.
Passt, wenn: Sie Zeit haben, die Website selbst zu erstellen, und keine besonderen Funktionen benötigen.
Achten Sie auf: Vertragslaufzeit, Verlängerungspreis, Domain, Exportmöglichkeiten, Zusatzkosten für Funktionen und darauf, was beim Anbieterwechsel mit der Website passiert.
B. Freelancer beauftragen
Ein Freelancer kann eine kleine Website mit direkter Abstimmung und einem überschaubaren Projektumfang umsetzen. Der Preis hängt unter anderem davon ab, ob Design, Texte, Bilder, SEO-Grundlagen, Datenschutz-Setup und spätere Änderungen enthalten sind.
Passt, wenn: Sie einen klaren Umfang haben und eine feste Ansprechperson möchten.
Achten Sie auf: schriftliches Angebot, Abnahmekriterien, Nutzungsrechte, Zugangsdaten, Hosting, Wartung und Kosten für zusätzliche Änderungswünsche.
C. Eine Agentur beauftragen
Eine Agentur kann Strategie, Design, Entwicklung, Inhalte und Projektmanagement bündeln. Das kann sinnvoll sein, wenn mehrere Beteiligte, umfangreiche Anforderungen oder komplexe Funktionen nötig sind. Für eine sehr einfache Website kann der Prozess allerdings größer sein als das eigentliche Projekt.
Passt, wenn: Sie ein größeres Vorhaben, mehrere Stakeholder oder zusätzliche Leistungen aus einer Hand benötigen.
Achten Sie auf: Wer konkret am Projekt arbeitet, welche Leistungen enthalten sind und welche monatlichen Folgekosten entstehen.
3. Die laufenden Kosten nicht vergessen
Der Startpreis ist nur ein Teil des Budgets. Je nach Aufbau können nach dem Launch weitere Kosten anfallen:
| Kostenposition | Grobe Orientierung | Was prüfen? |
|---|---|---|
| Domain | oft einige Euro bis einige Dutzend Euro pro Jahr | Verlängerungspreis und Inhaberschaft |
| Hosting / Plattform | etwa 5–40 € pro Monat bei einfachen Lösungen; mehr bei höheren Anforderungen | Leistung, Backups, Support, Vertragsbedingungen |
| Wartung und Updates | von selbst erledigt bis zu einem bezahlten Wartungsvertrag; häufig mehrere Dutzend bis einige hundert Euro monatlich | Was genau wird aktualisiert, überwacht und gesichert? |
| Änderungen / neue Inhalte | separat oder in einem Betreuungspaket | Stundenpreis, inkludiertes Kontingent, Reaktionszeit |
| Premium-Plugins / Buchung / Shop | abhängig von Anbieter und Funktionsumfang | Lizenzgebühren, Transaktionskosten, Verlängerungen |
| Texte, Fotos, Übersetzung | abhängig vom Umfang | Sind Inhalte im Angebot enthalten oder müssen Sie sie liefern? |
Die Werte sind grobe Beispiele. Ein einfacher Baukasten, ein selbst gepflegtes WordPress-System und eine individuell entwickelte Website haben unterschiedliche Kostenstrukturen.
4. Was kostet die Website über fünf Jahre?
Vergleichen Sie nicht nur die Einmalkosten, sondern auch die laufenden Gebühren. Die folgende Rechnung ist ein vereinfachtes Rechenbeispiel, keine konkrete Anbieterpreisangabe:
| Modell | Beispielhafte Einrichtung | Beispiel pro Monat | Summe über 5 Jahre* |
|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gepflegt | 0 € | 25 € | 1.500 € |
| Freelancer-Projekt | 2.500 € | 50 € | 5.500 € |
| Agentur-Projekt | 5.000 € | 100 € | 11.000 € |
*Einrichtung + 60 Monatszahlungen. Nicht enthalten sind eigene Arbeitszeit, zusätzliche Funktionen, größere Änderungen, Steuern oder nicht aufgeführte Leistungen.
Der Baukasten kann finanziell günstig sein, wenn Sie Ihre Zeit nicht als Kostenfaktor rechnen. Ein professionelles Projekt kann mehr kosten, dafür aber Arbeit abnehmen oder genau benötigte Funktionen liefern. Entscheidend ist, welches Ergebnis Ihr Betrieb tatsächlich braucht.
5. Welche Funktionen treiben den Preis?
Vor der Anfrage sollten Sie festlegen, was die Website leisten muss. Häufige Kostentreiber sind:
- Seitenumfang: Eine Startseite ist weniger Aufwand als viele individuell gestaltete Leistungsseiten.
- Individuelles Design: Ein angepasstes Template ist meist günstiger als ein von Grund auf entwickeltes Design.
- Texte und Fotos: Wer erstellt, bearbeitet und pflegt die Inhalte?
- Buchung oder Shop: Verfügbarkeit, Zahlungen, Stornierungen, Produktverwaltung und Schnittstellen erhöhen den Aufwand.
- Mehrsprachigkeit: Übersetzung, Sprachumschaltung und Pflege mehrerer Versionen kosten zusätzliche Arbeit.
- Integrationen: CRM, Newsletter, Terminsoftware oder externe Plattformen müssen eingerichtet und getestet werden.
- Barrierefreiheit, Datenschutz und Sicherheit: Anforderungen sollten früh geklärt und im Angebot konkret beschrieben werden; sie sind keine pauschalen Checkboxen, die für jede Website identisch ausfallen.
Je genauer Sie Ihre Anforderungen beschreiben, desto besser lassen sich Angebote vergleichen.
6. So vergleichen Sie Angebote
Bitten Sie Anbieter, folgende Punkte im Angebot ausdrücklich aufzuführen:
- Anzahl der Seiten und enthaltene Funktionen
- Design: Vorlage, angepasstes Template oder individuelles Konzept
- Wer liefert Texte, Fotos und Übersetzungen?
- Technische Einrichtung, mobile Darstellung und grundlegende SEO-Leistungen
- Kontaktformular, Buchung oder Shop – falls benötigt
- Domain, Hosting, Backups und Wartung: enthalten oder separat?
- Eigentum an Domain, Inhalten und Zugangsdaten sowie Nutzungsrechte
- Preis netto/brutto, Zahlungsplan und mögliche Zusatzkosten
- Umfang der Korrekturschleifen und Kosten für spätere Änderungen
- Support nach dem Launch und Reaktionszeiten
Vergleichen Sie das Gesamtpaket, nicht nur die Zahl auf der ersten Angebotsseite.
Checkliste: Website-Budget planen
- Ziel der Website und wichtigste Kundengruppe festgelegt
- Benötigte Seiten und Funktionen aufgelistet
- Entscheiden, wer Texte, Fotos und Übersetzungen erstellt
- Mindestens drei vergleichbare Angebote einholen, wenn extern beauftragt
- Netto-/Bruttopreis und enthaltene Leistungen geprüft
- Domain, Hosting, Wartung und mögliche Lizenzkosten berücksichtigt
- Rechte, Zugangsdaten und Anbieterwechsel geklärt
- Budget für spätere Inhalte und Verbesserungen vorgesehen
Acht Fragen, die Sie jedem Angebot stellen sollten
Zwei Angebote mit ähnlichem Preis können sehr Unterschiedliches enthalten. Diese Fragen machen sie vergleichbar:
- Auf wessen Namen läuft die Domain, und kann ich sie jederzeit mitnehmen?
- Wer zahlt Hosting und E-Mail, und wie hoch sind die monatlichen oder jährlichen Kosten?
- Sind Impressum und Datenschutzerklärung enthalten oder separat zu bezahlen?
- Welche SEO-Grundlagen sind inklusive (Titel, Beschreibungen, Sitemap, strukturierte Daten)?
- Wie viele Seiten, Texte und Fotos deckt der Preis ab, und wer liefert die Inhalte?
- Was kosten Änderungen nach dem Start, und wie schnell werden sie umgesetzt?
- Gibt es eine Mindestlaufzeit oder einen Betreuungsvertrag?
- Bekomme ich bei einem Wechsel Zugriff auf alle Dateien und Zugangsdaten?
Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Fragen schriftlich und ohne Ausweichen.
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Quellen und Einordnung
Die genannten Preisrahmen orientieren sich an öffentlich zugänglichen deutschen Preisübersichten und einer 2026 veröffentlichten Anbieter-Stichprobe. Beispiele:
- Happy Heroes, Webdesign Agentur Kosten 2026: Studie (Preisabfrage für 4–6-seitige WordPress-Websites; Stichprobe, kein Gesamtmarkt): https://happyheroes.de/webdesign-agentur-kosten/
- ShiftPress, Website erstellen lassen: Kosten und Preise 2026: https://shiftpress.ai/de/blog/website-erstellen-lassen-kosten
- Hillcode, Was kostet eine Website? (Preisübersicht 2026): https://hillcode.de/ratgeber/was-kostet-eine-website/
Diese Quellen sind Marktinformationen von Anbietern bzw. eine begrenzte Erhebung, keine amtliche Preisstatistik.
Häufige Fragen
Kann eine professionelle Website weniger als 1.000 € kosten?
Das kann bei einem sehr begrenzten Umfang, einer Vorlage oder einem einfachen Onepager möglich sein. Prüfen Sie genau, ob Inhalte, Einrichtung, rechtliche Seiten, Hosting und spätere Betreuung enthalten sind. Ein niedriger Startpreis sagt allein wenig über den Gesamtumfang aus.
Sind monatliche Website-Abos günstiger als ein Festpreis?
Das hängt von Laufzeit, Einrichtung, enthaltenen Leistungen und Kündigungsbedingungen ab. Rechnen Sie die Kosten über mehrere Jahre aus und klären Sie, ob Sie Website, Inhalte und Domain bei Vertragsende mitnehmen können.
Muss ich jedes Jahr für Wartung bezahlen?
Nicht jedes System benötigt denselben Wartungsumfang. Software-Updates, Backups, Sicherheitsüberwachung und technische Hilfe müssen jedoch organisiert werden – selbst wenn Sie diese Aufgaben selbst übernehmen. Fragen Sie, was konkret nötig ist und was ein Wartungsvertrag tatsächlich beinhaltet.
Ist eine teure Website automatisch besser?
Nein. Ein höherer Preis kann mehr Strategie, individuelles Design oder komplexe Funktionen abdecken. Für einen kleinen Betrieb kann eine einfache, schnelle und gut gepflegte Website geeigneter sein als ein überdimensioniertes Projekt.


